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Krankheiten

Krankheiten

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Rennmäusen beträgt ca. 3-4 Jahre. Der Großteil der Tiere wird diese leider nur relativ kurze Lebensphase ohne ernstliche und behandlungsbedürftige Erkrankungen überstehen. Dennoch kann man als Halter mit dem ein oder anderen gesundhetilichem Problem konfrontiert werden. 

WICHTIG: In allen Fällen, in denen Rennmäuse erhebliche Krankheitssymptome aufweisen (Einstellen der Futteraufnahme, Abmagerung, Apathie, Verletzungen oder andere Auffälligkeiten), sollte unbedingt und schnellst möglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Dazu sollte man sich im Vorfeld bereits die Adresse und Telefonnummer eines Kleintierarztes zu Recht legen und vielleicht durch einen kurzen Telefonanruf abklären, ob dieser sich mit Rennmäusen auskennt und auch bereit ist, im Krankheitsfall ein solches Tier zu behandeln. Das erspart im Ernstfall dann eine hektische Suche und womöglich unnötige Zeitverzögerungen für das Tier.
Behandelte Themen:

Verhalten im Krankheitsfall
Transport zum Tierarzt
Verletzungen
Abriss der Schwanzhaut
Knochenbrüche
Erkältung/Bindehautentzündung
Bakterielle Infektionen
Ohrentzündung
Blasenentzündung
Darmparasiten
Pilzbefall
Milbenbefall
Entzündung der Bauchdrüse
Abszesse
Tumoren
Herzerkrankungen
Erkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke
Epileptiforme Anfälle
Erkrankungen der Schneidezähne
Krallenpflege
Kastration
Tipps zur Desinfektion

Detaillierte Informationen zu den Krankheiten können in der veterinärmedizinischen Literatur gefunden werden (z.B. in einer Universitätsbibliothek. Empfehlenswert ist u.a. das Buch “Krankheiten der Heimtiere”, das soeben in der 7. Auflage erschienen ist (vgl. Bücher) oder „Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus“ von Anja Ewringmann und Barbara Glöckner..

Verhalten im Krankheitsfall:

Grundsätzlich sollten die Tiere täglich von ihrem Besitzer auf eventuell auftretende Verhaltensauffälligkeiten hin beobachtet werden.
Rennmäuse zeigen in der Natur Krankheitsanzeichen erst sehr spät, meist dann zu spät. Die in der freien Natur lebenden Tiere wollen so die Aufmerksamkeit von Fressfeinden von sich ablenken. Dieses Verhalten ist auch den Heimtieren angeboren, d. h., auf wirkliche Krankheitsanzeichen wird man als Besitzer u. U. erst kurz vor endgültigem Ausbruch der Krankheit aufmerksam. Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung sondern sich erkrankte Tiere teilweise von der restlichen Gruppe, bevorzugen eine ruhige Ecke zur Erholung oder interessieren sich deutlich weniger für ihr Futter als ihre Artgenossen.
In vielen Fällen ist aufgrund der Schwere der Erkrankung oder nur bei Verdacht auf eine mögliche Erkrankung der Transport zum Tierarzt notwendig.

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Transport zum Tierarzt:

Klären Sie vor einem ersten Tierarztbesuch ab, ob dieser sich mit der Behandlung von Rennmäusen auskennt, ob Sie einen Termin vereinbaren müssen oder aber in der regulären Sprechstunde vorbeikommen können.
Für den eigentlichen Transport eignen sich klassische Tiertransportboxen mit verschließbarem Klarsicht-Deckel und Lüftungsschlitzen. Zur Eingewöhnung kann vor dem Tierarztbesuch etwas von der Käfigeinstreu + Futter eingefüllt werden. Man kann auch ein kleines Handtuch hineinlegen. In sehr kalten Jahreszeiten sollte die Box vor Kälte und Zug geschützt sein, z. B. in dem man sie in eine größere Tasche oder einen Karton stellt. Bei der Kontrolluntersuchung beim Tierarzt sollte der Besitzer am besten zuerst das Tier in die Hand nehmen und versuchen es etwas zu beruhigen. Vertraute Gerüche der Hand und Streicheleinheiten sind hier wichtig. Rennmäuse sind auch beim Tierarztbesuch sehr schnell und wendig (es sei denn, sie sind durch eine Erkrankung schon sehr geschwächt) und neigen in einer unbekannten Situation/Umgebung auch zu Fluchtverhalten. Also, gut festhalten bzw. darauf vorbereitet sein, dass sie versuchen werden, dieser für sie unangenehmen Situation zu entkommen.
Nach dem Tierarztbesuch sollte man die Tiere, abhängig vom Schweregrad der Erkrankung und den Hinweisen des Tierarztes entweder in der Gruppe belassen oder sie in einem einzelnen Käfig unterbringen, falls sich das erkrankte Tier durch die Artgenossen gestört fühlt. Bei Rennmäusen haben wir es schon erlebt, dass eine im Sterben liegende Maus von einem Artgenossen mit Einstreu zugescharrt wurde, obwohl sie noch am Leben war. Teilweise laufen auch Artgenossen einfach ohne besondere Vorsichtsmaßnahme über das erkrankte Tier. Für solche Fälle bietet sich die Lagerung eines Ersatzkäfigs an. Diesen sollte man auch grundsätzlich bereithalten, falls es aus welchen Gründen auch immer, mal zum Streit innerhalb einer Gruppe kommt und diese zur Vermeidung von ernsten Verletzungen getrennt werden müssen.

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Verletzungen:

Zu Verletzungen kommt es bei Rennmäusen vor allem durch Raufereien. Dabei kann es sowohl zu Schürf- als auch Bissverletzungen kommen. Diese werden von den Rennmäusen selbst gesäubert und heilen in den meisten Fällen komplikationslos ab. Allerdings sollte man die Tiere sorgfältig beobachten, um Komplikationen wie bspw. Entzündungen rechtzeitig zu bemerken.
Bei Revierkämpfen kann es allerdings auch passieren, dass die unterlegene Maus, die im Terrarium/Käfig nicht fliehen kann, sehr stark, wenn nicht gar tödlich zerbissen wird. So ein Tier sollte unbedingt aus der Gruppe entfernt werden und ggf. zum Tierarzt gebracht werden.

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Abriss der Schwanzhaut:

Durch Einklemmen des Schwanzes kann es bei Rennmäusen zum Abriss der Schwanzhaut kommen. Der hintere Teil der Schwanzhaut löst sich dabei vollständig ab. Dies ist eine Schutzfunktion der Rennmaus gegen Feinde, die sie von hinten angreifen. Deshalb sollte eine Rennmaus auch niemals am Schwanz festgehalten werden.
Ist die Schwanzhaut abgerissen, liegen Teile der Wirbelsäule und der umgebenden Muskeln bloß. Das ist kein schöner Anblick und blutet im ersten Moment oft heftig, heilt aber meist von alleine gut ab. Die Wunde wird von dem Tier selbstständig sauber gehalten und der bloßliegende Anteil der Wirbelsäule trocknet ein und fällt schließlich ab oder wird von der Rennmaus sogar selber abgebissen. Allerdings sollte die Rennmaus gut beobachtet werden und auf Entzündungen geachtet werden.
Der Schwanz bleibt nach dem Abheilen zeitlebens verkürzt, beeinträchtigt die Rennmaus aber nicht.

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Knochenbrüche:

Knochenbrüche sind eher selten bei Rennmäusen. Sie können durch unsichere Käfigeinrichtungen (wackelnde Steine, unsichere Laufräder oder Gitter, in denen sie hängenbleiben, etc.) vor allem beim gegenseitigen Jagen im Zuge von Rangordnungskämpfen entstehen. Oder auch durch Stürze aus großen Höhen. Gerade schreckhafte Tiere können völlig unerwartet aus der Hand springen und sich dabei verletzen.
Bricht sich die Rennmaus ein Bein, so schwillt dieses normalerweise stark an und wird vollständig geschont.
Bei Knochenbrüchen sollte in jedem Fall ein Tierarzt aufgesucht werden.
Leichtere Brüche, vor allem an den Vordergliedmaßen können schon abheilen, wenn man die Rennmaus in einen kleineren Käfig ohne Klettermöglichkeiten setzt und sie möglichst in Ruhe lässt. Bei komplizierten Brüchen dagegen kann es auch sein, dass eine Gliedmaße amputiert werden muss. Rennmäuse gewöhnen sich schnell an die neue Situation und kommen auch mit drei Beinen gut zurecht.
Bei Verletzungen des Schädels oder der Wirbelsäule ist eine Behandlung fast immer erfolglos. In diesen Fällen ist es meist sinnvoll, das Tier einschläfern zu lassen.

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Erkältungen/Bindehautentzündungen:

Rennmäuse sind an trockenes Klima gewöhnt und daher anfällig gegen Erkältungskrankheiten und Bindehautentzündungen. Jegliche Art von Zugluft und Nässe sollte daher unbedingt vermieden werden.
Die Tiere zeigen Augen- und Nasenausfluss, der je nach Art und Schwere der Erkrankung klar bis eitrig sein kann. Bei Erkältungserkrankungen können auch Niesen und Atemnot beobachtet werden. Letzteres erkennt man an verstärkt ausgeprägten Atembewegungen im Flankenbereich.
Bei schwereren Erkrankungen muss der Tierarzt aufgesucht werden, damit dieser die Rennmaus mit Antibiotika und ggf. auch mit einem Schleimlöser behandeln kann.

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Bakterielle Infektionen:

Bei Rennmäusen wurde eine Reihe weiterer bakterieller Infektionskrankheiten (z. B. Tyzzer´s Disease, Kolibazillose, Salmonellen-Infektion etc.) festgestellt, die in der Regel nur durch den Tierarzt diagnostiziert und behandelt werden können.
Symptome können starkes Abmagern, stumpfes Fell, Trägheit, Augen- und Nasenausfluss, Durchfall und verklebtes Fell in der Afterregion sein. Diese Krankheiten führen oft zum Tode. Es sollte unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden und zwar so schnell wie möglich.
Zur Vorbeugung ist auf strenge Hygiene zu achten. Sämtliches Futter, Heu oder Gehegeequipment sollte so aufbewahrt werden, dass keine Schädlinge und besonders keine anderen frei lebenden Nagetiere (wie Hausmäuse) Verunreinigungen herbeiführen können. Hier kann es leicht zur Übertragung von ansteckenden Krankheiten kommen.
Wurde eine bakterielle Infektion diagnostiziert, so ist das betroffene Tier von seinen Artgenossen zu isolieren und es sollte die gesamte Käfig-/Terrarieneinrichtung sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden (s.u.).

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Ohrentzündungen:

Ohrentzündungen treten bei Rennmäusen regelmäßig auf. Sind das Mittel- und/oder das Innenohr betroffen, kommt es zu einer Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinns. Die Tiere zeigen dann Kopfschiefhaltung und Kreisbewegungen. Meist sind sie munter, können aber nicht richtig fressen, weil sie das Gleichgewicht auf den Hinterbeinen nicht halten können.
Eine Behandlung muss durch den Tierarzt erfolgen. Sind nur die äußeren Ohranteile betroffen, ist eine Heilung gut möglich, bei tiefer gehenden Entzündungen dagegen sterben viele Tiere.

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Blasenentzündungen:

Blasenentzündungen werden auch dem aufmerksamsten Rennmaushalter nur in den seltensten Fällen auffallen. Erst dann, wenn die Maus deutliche Schmerzen zeigt (Aufkrümmen des Rückens o.ä.), sich das Allgemeinbefinden verschlechtert oder die Afterregion ständig mit Urin verschmutzt ist, wird der Besitzer merken, dass etwas nicht in Ordnung ist. Nur in den seltensten Fällen ist wirklich sichtbar Blut im Urin. In all diesen Fällen ist auf jeden Fall ein Tierarzt aufzusuchen.
An dieser Stelle sollte noch darauf hingewiesen werden, dass bestimmte Futterbestandteile den Urin der Rennmäuse verfärben können. Löwenzahn ist z. B. so ein Vertreter. Ist also nur der Urin verfärbt, die Maus aber topfit, lässt sich am besten mittels eines Teststreifens (Combur®), den man in einer Apotheke oder beim Tierarzt erwerben kann, feststellen, ob es sich wirklich um Blut handelt. Bei Unsicherheit lieber einmal mehr zum Tierarzt, denn eine Blasenentzündung ist sehr schmerzhaft und stecken Bakterien dahinter besteht außerdem die Gefahr, dass diese bis in die Nieren weiter wandern.

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Darmparasiten:

Darmparasiten wie Würmer und Einzeller kommen bei Rennmäusen zwar gar nicht so selten vor, verursachen aber meistens keine Erkrankung. Dazu kommt es nur, wenn die Parasiten sich besonders stark vermehren können (z. B. durch plötzliche Futterumstellung) oder die Maus durch eine andere Erkrankung bereits geschwächt ist.
Erkrankte Tiere zeigen Durchfall, sind in der Afterregion verschmutzt und können auch deutlich abmagern. In diesem Fall ist ein Tierarztbesuch anzuraten. Sinnvoll ist es, direkt eine frische Kotprobe mitzunehmen. So kann schnell die Ursache gefunden und eine Therapie begonnen werden. Zudem ist der Käfig sachgemäß zu reinigen (s.u.).

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Pilzbefall:

Pilzbefall führt bei Rennmäusen vor allem zu kahlen Stellen um Augen, Nase und Ohren oder an den Füßen. Aber auch gelbliche Beläge können auftreten. 
Ein Nachweis und eine Behandlung sollten durch den Tierarzt erfolgen. Hierbei ist zu beachten, dass alle Pilzerkrankungen möglicherweise auf den Menschen übertragen werden können. Deshalb sollte man im Umgang mit erkrankten Tieren besonders auf Hygiene achten.

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Milben:

Milben können bei der Rennmaus vorkommen, sind aber eher selten. Abhängig von der Milbenart kommt es zu mehr oder weniger starkem Juckreiz und zu einer Rötung der Haut, Fellverlust und Schuppenbildung.
Bei einem Befall mit Milben sollten alle Tiere (auch wenn sich nur eins juckt) vom Tierarzt behandelt werden. Außerdem muss die gesamte Käfig-/Terrarieneinrichtung sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden (s.u.).

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Entzündungen der Bauch(Duft)drüsen:

Entzündungen der Bauch(Duft)drüsen am Unterbauch sind bei Rennmäusen (besonders bei älteren Männchen) nicht selten, ebenso wie Tumore, die als häufigster Auslöser für eine Entzündung gelten. Auffällig ist eine meist krustige, nässende, manchmal auch eitrige Veränderung der Drüse.
Eine Vorstellung beim Tierarzt ist in jedem Fall empfehlenswert, da eine solche Entzündung ohne die Gabe von Antibiotika und eine fachgerechte Versorgung (Desinfektion und Wundversorgung) kaum in den Griff zu bekommen ist.
Die Behandlung muss dann vom Rennmausbesitzer u. U. zu Hause noch einige Zeit fortgesetzt werden. Leider kann man den agilen und zur Körperpflege neigenden Tieren keinen Verband anlegen. Dieser würde von den Artgenossen oder der kranken Maus selbst relativ schnell wieder entfernt werden. Einreibungen mit Salben und Cremes bringen leider auch nicht immer den gewünschten Effekt, da die Maus derartige Eingriffe als Fremdkörper im Fell erkennt und der Putz- und Reinigungstrieb sofort in Gang gesetzt wird.
Zur Spülung und Reinigung der Wunde eignen sich z. B. Povidon-Iod-Lösungen (mindestens 1:5 verdünnt) oder Wasserstoffperoxyd-Lösungen (1-3%ig) aus der Apotheke zur Wunddesinfektion sowie Chassot-Tinktur, die schnell einzieht, nur einen dünnen Verbandsfilm auf der Wunde hinterlässt und keinen massiven Putztrieb bei der Maus auslöst. Teilweise kann es nötig sein, die erkrankte Maus einige Tage ohne Einstreu/Heu, nur auf sauberen Zellstofftüchern, zu halten. Die Maus sollte im Allgemeinen jedoch im gewohnten Familienverband verbleiben.
Geht die Entzündung trotz aller Bemühungen nicht zurück, so ist es am sinnvollsten, die gesamte Bauchdrüse vom Tierarzt chirurgisch entfernen zu lassen. Natürlich besteht ein Narkoserisiko, aber es ist ein Schritt, den man auf jeden Fall in Erwägung ziehen sollte, wenn die herkömmliche Behandlung keinen Erfolg zeigt bzw. ein Tumor diagnostiziert wurde. Die Heilungs-Chancen nach so einem Eingriff sind gut.

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Abszesse:

Bei Rennmäusen kann es durch verschiedene Ursachen zu Abszessen kommen. Oft entstehen sie nach Bissen oder anderen Verletzungen, im Kieferbereich auch durch Veränderungen der Zahnwurzeln.
Auf jeden Fall sollte eine Behandlung durch einen Tierarzt erfolgen. Handelt es sich um einen einzelnen Abszess, der nicht zu stark mit seiner Umgebung verwachsen und nicht zu groß ist, so kann er evtl. vollständig entfernt werden. Ansonsten müssen Abszesse eröffnet, gesäubert und gespült werden. Da die Spülungen am besten bis zur vollständigen Abheilung fortgeführt werden sollten, kann es sich um eine recht langfristige Behandlung handeln, die aber u.U. auch zu Hause fortgeführt werden kann.

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Tumore:

Besonders häufig sind bei Rennmäusen Tumoren in der Haut und Unterhaut anzutreffen. Da sie in vielen Fällen bösartig sind, ist es am Sichersten, sie schnellstmöglich von einem Tierarzt entfernen zu lassen. Nicht selten kommt es sonst zu Streuungen in die Lunge und Entzündungen, die tödlich enden.
Auch im Gesäuge kann es zu Tumorbildung kommen. Dies ist allerdings bei Rennmäusen nur sehr selten der Fall. Prinzipiell gibt es auch Tumoren in inneren Organen. Jedoch werden diese so gut wie nie bemerkt und sind auch in der Regel nicht therapierbar.

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Herzerkrankungen:

Vor allem bei älteren Rennmäusen kann es auch zu Herzerkrankungen kommen. Oft fällt auf, dass die Tiere ruhiger werden und nicht mehr so bewegungsfreudig sind. Später zeigen sie Atemnot, gesträubtes Fell und magern ab. Möglicherweise kann es sogar zu Lähmungserscheinungen der Hinterbeine kommen. Leider werden Herzerkrankungen oft erst bemerkt, wenn die Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten ist. Da die Tiere in der Regel älter sind, werden erste Hinweise oft als Altersschwäche missdeutet. Eine Behandlung ist möglich, im späten Stadium aber eher selten erfolgreich.

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Erkrankungen der Gebärmutter:

Bei weiblichen Rennmäusen kommen auch Erkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke vor. Erkrankungen dieser Art sind für den Rennmaushalter schwer zu erkennen und sollen hier lediglich Erwähnung finden, weil sie doch öfter mal vorkommen. Außer sehr unspezifischen Symptomen (gesträubtes Fell, Abmagerung etc.) kann der Bauch gespannt und schmerzhaft sein und manchmal ist blutiger oder eitriger Ausfluss zu erkennen.

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Epileptiforme Anfälle:

Bei manchen Zuchtlinien können auch genetisch bedingte epileptiforme Anfälle auftreten. Die Rennmäuse bekommen krampfartige Anfälle, die bis zur Bewegungslosigkeit führen können. Die Anfälle gehen nach wenigen Sekunden bis einigen Minuten von allein wieder zurück und die Tiere entspannen sich. Danach sind keine Anzeichen mehr zu beobachten. Eine mineralstoffreiche Nahrung ist hier wichtig (bes. Magnesium) und eine abwechslungsreiche Käfiggestaltung. Man sollte mit einer solchen Maus möglichst behutsam umgehen und zu viel Stress vermeiden, da dadurch Anfälle ausgelöst werden können. Man sollte mit dieser Maus auch nach Möglichkeit nicht züchten, da diese Krankheit weiter vererbt werden kann.
Wenn man sich regelmäßig und intensiv mit seinen Tieren befasst, fallen kleinste Veränderungen im Verhalten und Aussehen relativ schnell auf, so dass in den meisten Fällen noch rechtzeitig reagiert werden kann.
Eines unserer eigenen Tiere zeigt solche Krampfanfälle. Normalerweise macht sie einen völlig gesunden, munteren Eindruck, aber in Stresssituationen (bislang bei versuchter Vergesellschaftung) liegt sie plötzlich ganz platt da, mit gestreckten, verkrampften Vorderpfoten. Ist die Stresssituation vorbei, erholt sie sich innerhalb kürzester Zeit wieder.

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Erkrankungen der Schneidezähne:

Erkrankungen der Schneidezähne kommen bei Rennmäusen gelegentlich vor.
Bei Rennmäusen wachsen die Schneidzähne ein Leben lang weiter. Deshalb ist eine gleichmäßige Abnutzung wichtig. Im Käfig sollten deshalb immer Nagemöglichkeiten vorhanden sein, da die Futteraufnahme alleine oft nicht ausreicht. Fehlt ein ausreichender Zahnabrieb, so werden die Zähne immer länger und verhindern, dass die Tiere genügend Futter aufnehmen können. Außerdem kann es so weit kommen, dass die unteren Schneidzähne im Oberkiefer und die oberen Schneidzähne im Unterkiefer in das Zahnfleisch einwachsen, was zu ernsthaften Verletzungen und Entzündungen führen kann. Ursachen für eine ungenügende Abnutzung trotz optimaler Haltung können angeborene oder durch Verletzungen entstandene Fehlstellungen sein, so dass die Schneidzähne nicht richtig aufeinandertreffen sondern regelrecht aneinander vorbei wachsen. Aber auch altersbedingte Veränderungen können zu einer vermindert Abnutzung führen.
Da die Tiere weniger Futter aufnehmen können, magern sie ab und können auch Durchfall bekommen. Deshalb müssen die Schneidezähne in diesen Fällen regelmäßig (etwa alle 3-4 Wochen) vom Tierarzt gekürzt werden.
Bei einer unserer Zuchtlinien hatten wir damit Probleme, dass bei einigen Mäusen nach einiger Zeit die oberen Schneidzähne fehlten, so dass eine Abnutzung der unteren Zähne gar nicht mehr möglich war. Das Problem bei diesen Tieren bestand darin, dass auch nach Kürzen der unteren Schneidzähne eine normale Futteraufnahme (z. B. von ganzen Kernen) nicht möglich war. In diesem Fall sollte man zusätzlich das Grundfutter, Körner, Nüsse und auch Grünfutter wie Möhren etc. z. B. in der Küchenmaschine zerkleinern. Bewährt hat sich bei uns in solchen Fällen die zusätzliche Gabe von recht fetthaltigem, nahrhaftem Futter, da die Maus mit den geschädigten Zähnen nicht so fresslustig ist. Geeignet sind z. B. Haselnüsse, Erdnüsse, Sonnenblumen- und Kürbis- oder Cashewkerne. Alles natürlich ungeröstet und ungesalzen. Wichtig ist es die Futtersorte regelmäßig zu wechseln, um eine Mangelernährung zu vermeiden. Außerdem fressen Rennmäuse nicht ausreichend, wenn die Ration zu eintönig gestaltet wird. Auch feingehacktes normales Rennmausfutter wird zwischendurch gerne mal genommen. Generell darf das Futter nicht zu fein gehackt werden, damit die Rennmaus es noch mit den Pfoten fassen kann und auch nicht zu grob, da sie es sonst nicht aufnehmen kann. Hier muss man ein bisschen experimentieren, da die Tiere verschieden reagieren. Auch feine Haferflocken oder Vogelfutter aus feinen Hirsesamen werden angenommen. Werden die Zähne nicht regelmäßig gekürzt und kein zerkleinertes Futter angeboten ist das Tier auf Dauer zum Verhungern verurteilt.

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Krallenpflege:

Die Krallenpflege kann bei älteren Tieren notwendig werden. Normalerweise sind die Vorder- und Hinterkrallen bei jungen Tieren relativ kurz, da sie auch ständig im Käfig an Ton- und Steinmaterialien abgenutzt werden. Ältere Tiere bewegen sich deutlich weniger, der Scharrtrieb ist auch nicht mehr so ausgeprägt. Die Krallen der Vorder- und Hinterpfoten können dann zu lang werden. Hier sollte die Länge auch regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert und ggf. gekürzt werden. Bei sehr langen Krallen kann es passieren, dass die Maus an Einrichtungsgegenständen wie Hölzern, Wurzeln hängen bleibt und sich u. U. die Kralle ausreißt.

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Kastration:

Eine Kastration sowohl männlicher als auch weiblicher Rennmäuse ist möglich und kann vom Tierarzt vorgenommen werden. Hierbei ist es sinnvoll, vorher zu erfragen, ob der Tierarzt Erfahrung mit der Operation so kleiner Tiere hat, da jede Praxis andere Spezialisierungen hat.
Natürlich ist es sinnvoller, wenn man nicht züchten möchte, Rennmäuse von vornherein in gleichgeschlechtlichen Gruppen zu erwerben und zu halten. Aber leider bekommen wir auch immer wieder E-Mails von Rennmaushaltern, denen zwar zwei „Weibchen“ oder „Männchen“ verkauft wurden, bei denen sich aber dennoch Nachwuchs einstellte. Oft haben sich die Menschen längst an ihre Tiere gewöhnt und möchten nicht eins davon hergeben, aber auch nicht weiter züchten. In diesem Fall ist es immer eine Überlegung wert, ob man nicht das Männchen kastrieren lässt. Wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass gerade bei so kleinen Tieren ein Narkoserisiko besteht.
Da eine weibliche Kastration einen erheblich größeren Eingriff mit entsprechend höheren Risiken darstellt, ergibt diese nur einen Sinn, wenn bei dem Tier eine Erkrankung der Eierstöcke oder der Gebärmutter festgestellt wurde.

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Tipps zur Reinigung und Desinfektion des Käfigs/Terrariums und des Zubehörs im Falle einer bakteriellen oder parasitären Infektion:

Der Käfig bzw. das Terrarium sowie alle Einrichtungsgegenstände aus Kunststoff oder anderen glatten Materialien sollten zunächst gründlich von Schmutz gereinigt werden. Anschließend kann man sie mit einem herkömmlichen Desinfektionsmittel behandeln. Wichtig hierbei ist es, die Packungsbeilage genau zu beachten und alle Gegenstände vor und nach der Desinfektion gut trockenen zu lassen. Nur so kann das Desinfektionsmittel seine volle Wirkung entfalten. Anschließend sollte alles noch einmal gründlich abgespült werden, um die Desinfektionsmittelrückstände zu entfernen. Denn damit sollten die Rennmäuse nicht in Kontakt kommen.
Problematischer sind Einrichtungsgegenstände, die aus Holz gefertigt sind. Diese weisen viele Ritzen und Unebenheiten auf, in denen sich Parasiten und Bakterien einnisten können und mit herkömmlichem Desinfektionsmittel kommt man nicht weit. Diese Gegenstände sollte man entweder komplett ersetzen oder thermisch behandeln. Holzgegenstände kann man entweder einfrieren (am besten über Nacht oder einen ganzen Tag lang), was die unaufwendigere und ungefährlichere Methode darstellt. Oder man kann sie im Backofen erhitzen. Hierbei sollte eine Temperatur von ca. 100°C gewählt werden (nicht mehr, sonst beginnt das Holz anzusengen) und eine Zeit von mindestens 15 Minuten, wenn möglich länger. Allerdings besteht immer ein Risiko, da viel Gegenstände bspw. verleimt sind und andere Materialien auch andere Eigenschaften bei Hitze aufweisen. Auf gar keinen Fall sollte der Backofen in dieser Zeit unbeaufsichtigt sein!

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Stand 2. April 2008

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